Apfelbutze

Sanierung

Das Pfarrhaus aus dem Jahr 1913 ist zu einem ambitionierten Effizienzhaus saniert worden (Effizienzhausstandard 55 Erneuerbare-Energien-Klasse). Dafür wurde zum einen die komplette Gebäudehülle bestehend aus Dach, Außenwänden, Fenstern und der Kellerdecke energetisch ertüchtigt. Dabei wurden alle Bauteile über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus gedämmt. Die Dachdämmung beträgt insgesamt über 30 cm, die Außenwanddämmung sowie die Dämmung der Kellerdecke rund 20 cm. Die Fenster sind überall mit 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung ausgeführt. Die Sanierung wurde im Jahr 2023 mit dem "Energiepreis für die Gebäudesanierung im Landkreis Kassel" prämiert.

Zum anderen wurde die Anlagentechnik komplett erneuert. Der bestehende Ölkessel aus dem Jahr 1985 wurde durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt, welche die Raumwärme und das Warmwasser bereitstellt. Neben der neuen Heiztechnik wurde die komplette Wärmeverteilung und Wärmeübergabe erneuert. Es kommen innovative Heizkörper zum Einsatz, die mit Hilfe von Ventilatoren die Leistungsabgabe erhöhen. Dadurch kann die Vorlauftemperatur des Heizsystems möglichst geringgehalten werden, was die Effizienz der Wärmepumpe erhöht, respektive die genutzte Umweltwärme aus der Außenluft maximiert. Statt einer verlustbehafteten Warmwasser-Zirkulation wird das Warmwasser mit der Wärmepumpe nur effizient vorgewärmt und dann in dezentralen Durchlauferhitzern auf die Endtemperatur gebracht. Um den benötigten Strom nicht ausschließlich aus dem Stromnetz zu beziehen, sind auf dem Dach des Pfarrhauses Photovoltaik-Module mit einer Spitzenleistung von 12 kWp installiert worden, eine weitere Anlage mit 11 kWp ist auf das Dach des Gemeindehauses gesetzt worden. Durch eine individuell programmierbare Regelung und einen Pufferspeicher kann die Wärmepumpe vermehrt zu den Zeiten laufen, in denen Strom vom Dach verfügbar ist und somit wird der benötigte Netzbezug übers Jahr minimiert.

Neben der Wärmedämmung und neuer Heiztechnik wurde auch ein komplett neues Wassersystem mit einer Grauwasseranlage installiert. Abwasser aus Duschen und Waschbecken wird im Keller gesammelt, anschließend mehrfach gefiltert und dann für die Klospülung wiederverwendet. Erst das Abwasser aus den Toiletten wird so über die zentrale Kanalisation entsorgt. Falls nicht genügend Grauwasser vorhanden ist, kann die Toilettenspülung alternativ aus der Regenwasserzisterne gespeist werden, welche im Garten vergraben liegt und 7,6 m³ fasst. Das Regenwasser kann selbstverständlich auch für die Pflanzenbewässerung verwendet werden, um zusätzlich den Bedarf an frischem Trinkwasser zu reduzieren.

Vor der Sanierung (2021): Foto vom Haus vor der Sanierung

Nach der Sanierung (2023): Foto vom Haus nach der Sanierung